Luftkurorte und Kurorte in Österreich
Einleitung
Auf 1.600 Metern in Galtür bestimmt die Höhenlage das Klima, in Bad Gastein kommt Thermalwasser aus dem Berg, andernorts gehören Sole oder Heilmoor seit Generationen zur Kurtradition. Österreichs Luftkurorte und Kurorte haben ganz unterschiedliche Voraussetzungen.
Luftkurorte erfüllen festgelegte Anforderungen an Klima und Luftqualität. Heilklimatische Kurorte verfügen über klimatische Bedingungen, die für therapeutische Anwendungen anerkannt sind. In Kurorten kommen natürliche Heilvorkommen wie Thermalwasser, Sole oder Heilmoor zum Einsatz. Hinter den Prädikaten stehen damit überprüfbare Kriterien – hinter jedem Ort aber auch eine eigene Geschichte. Die Auswahl führt vom alpinen Hochtal über Seen bis zu traditionsreichen Kurorten und zeigt, was sie voneinander unterscheidet.
Altaussee und Grundlsee in der Steiermark
Auf 712 Metern Seehöhe liegt Altaussee zwischen Loser, Trisselwand und Altausseer See. Seit 1989 trägt der Ort das Prädikat „heilklimatischer Luftkurort“. Wander- und Radwege führen entlang des Sees und hinauf auf die umliegenden Almen und Berge. Eine Gradier- und Kneippanlage nutzt Salzsole aus dem nahegelegenen Salzbergwerk.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt Grundlsee auf 732 Metern Seehöhe. Die Gemeinde wurde 2017 mit dem Prädikat „Luftkurort“ ausgezeichnet. Der gleichnamige See ist der größte See der Steiermark und prägt gemeinsam mit den umliegenden Bergen das Landschaftsbild. Wege am Ufer und in den Bergen machen beide Orte zu Ausgangspunkten für Wanderungen im Ausseerland.
Bad Eisenkappel in Kärnten
Auf 558 Metern Seehöhe liegt Bad Eisenkappel in einem windgeschützten Tal am Fuß der Karawanken. Die sonnige und weitgehend nebelfreie Lage gehört zu den klimatischen Besonderheiten des Ortes.
Bad Eisenkappel trägt sowohl das Prädikat Kurort als auch Luftkurort. Nach Angaben der Marktgemeinde ist es der einzige Ort Österreichs, dem beide Prädikate verliehen wurden. Wälder und Berge prägen die Umgebung, Wanderwege führen von hier in die Karawanken und zu den umliegenden Tälern.
Galtür in Tirol
Auf 1.600 Meter Seehöhe liegt Galtür im Tiroler Paznaun. Seit 1997 ist die Gemeinde offiziell als Luftkurort anerkannt und war damit der erste Luftkurort Tirols. Die Höhenlage geht mit einer vergleichsweise pollenarmen Luft einher. 2018 erhielt Galtür als erste Gemeinde Österreichs das ECARF-Qualitätssiegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Zertifizierte Unterkünfte und weitere Betriebe richten ihr Angebot auf die Bedürfnisse von Allergiker:innen aus. Wander- und Radwege führen vom Ort in die umliegende Bergwelt des Paznaun.
Ramsau am Dachstein in der Steiermark
Ramsau am Dachstein liegt in der Region Schladming-Dachstein auf einem Hochplateau zwischen 1.100 und 1.700 Metern Seehöhe. Über dem Ort erheben sich die Südwände des Dachsteinmassivs, rund um das Plateau wechseln Wälder, Almen und offene Wiesen. Seit 2004 ist die steirische Gemeinde offiziell als Luftkurort anerkannt.
Wanderwege führen über das Plateau, auf Almen und in Richtung Dachstein, Radstrecken durchziehen die Umgebung. Im Winter wird Ramsau am Dachstein zum Langlaufgebiet: Ein weit verzweigtes Loipennetz führt über das Hochplateau und durch die umliegenden Wälder. Damit verbindet der Luftkurort seine besondere Höhenlage mit Aktivitäten zu unterschiedlichen Jahreszeiten.
Windischgarsten in Oberösterreich
Windischgarsten liegt auf 602 Metern Seehöhe im oberösterreichischen Windischgarstner Becken und ist seit 1964 offiziell als Luftkurort anerkannt. Rund um den Ort erheben sich die Haller Mauern, das Tote Gebirge und das Sengsengebirge. Am Rande des Nationalparks Kalkalpen gelegen, ist Windischgarsten ein Ausgangspunkt für Touren in die umliegende Bergwelt.
Wanderwege führen durch das Tal und hinauf in die Berge, mit dem Rad lassen sich unterschiedliche Routen rund um Windischgarsten zurücklegen. Der nahe Nationalpark Kalkalpen umfasst ausgedehnte Waldgebiete. Teile seiner alten Buchenwälder gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Im Winter stehen rund um Windischgarsten Skifahren, Langlaufen und Winterwandern auf dem Programm. So lässt sich die Berglandschaft rund um Windischgarsten das ganze Jahr über zu Fuß, mit dem Rad oder auf Skiern erkunden.
St. Wolfgang in Oberösterreich
St. Wolfgang liegt auf 548 Metern Seehöhe direkt am Wolfgangsee im Salzkammergut. Seit 1964 ist der Ort offiziell als Luftkurort anerkannt. Seine Lage am Südhang der Nordalpen und der Wolfgangsee bestimmen die klimatischen Bedingungen. Der See gleicht Temperaturschwankungen aus, die Lage sorgt für viele Sonnenstunden und vergleichsweise wenige Nebeltage.
Der Wolfgangsee ist fixer Bestandteil im Urlaub in St. Wolfgang. Im Sommer geht es zum Schwimmen und Wassersport ans Wasser, Ausflugsschiffe verbinden die Orte rund um den See. Wanderwege führen vom Ufer in die umliegende Berglandschaft und auf den Schafberg. Wer höher hinaus möchte, kann mit der Schafbergbahn vom Ort auf den Berg fahren. So treffen in St. Wolfgang See, Berge und die lange Geschichte als Luftkurort zusammen.