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    • Die Narzissenhoheiten 2021 / Ausseerland
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    Brauchtum in Österreich: Wie ist das eigentlich in echt?

    Ob beim Narzissenfest, Almabtrieb oder Sonnwendfeuer – Österreich legt Wert auf Traditionen und Bräuche und liebt es, diese zu feiern. #realAustria

    Mit Bedacht und einem gewissen Stolz blicken Österreicher*innen auf ihre Wurzeln und halten ihre Traditionen liebevoll hoch. Bereits von Kindesbeinen an wachsen die Menschen hierzulande mit den regionalen Bräuchen und Riten auf und integrieren diese in ihre Lebensweise. Man könnte fast sagen: Sie stecken in ihrer DNA. Und gerade deshalb spürt man die Liebe und das Bemühen bei sämtlichen Brauchtumsfesten im Land. Die Traditionen in Österreich werden aktiv gelebt und gepflegt. Diese Hingabe und die Freude am Spektakel kann man hautnah spüren. Darum handelt es sich bei diesen Festen keinesfalls um eine Inszenierung, um Gäste zu unterhalten. Die Liebe zum Brauchtum ist echt und authentisch und wird eben gerne auch mit den Menschen geteilt, die hier auf Besuch sind und etwas über die Kultur erfahren wollen. So verwundert es nicht, dass man sich bei diesen Brauchtumsfesten, wie dem Narzissenfest oder dem Almabtrieb, jedes Jahr über zahlreiche Besucher*innen freut – Einheimische genauso wie Urlaubs- und Tagesgäste.

    Viele der Bräuche sind so einzigartig, dass sie sogar zum immateriellen Weltkulturerbe zählen und bis weit über die Grenzen hinaus bekannt und beliebt sind.

    Narzissenwiese mit Blick zum Grimming / Bad Mitterndorf
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    Das Fest der 1000 Blüten

    Das Narzissenfest im steirischen Ausseerland

    Wie ein unendliches Meer aus weißen Blumen: So sieht das Ausseerland im Frühling aus, wenn die Stern-Narzisse in voller Blüte erstrahlt. Beim Narzissenfest Ende Mai haben die Blumen ihren großen Auftritt: Dann pflücken rund 3.000 Helfer*innen, auch Kinder und sogar Urlaubsgäste, die Narzissen. Wozu? Die Korsoteilnehmer*innen dekorieren mit den mehr als 100.000 Blüten ihre meterhohen Drahtfiguren, die sie seit Monaten konstruieren. Der Stadtkorso zieht mit den etwa 30 in aufwändiger Handarbeit gefertigten Figuren ins Ortszentrum. Der betörende Duft der Blüten steigt in die Nase der Besucher*innen und der Jury, die die Blumen-Skulpturen bewertet. Mittags ziehen Musikkapellen, Trachtenvereine und die Narzissenhoheiten mit dem Korso zum See.

    Stadt- und Bootskorso finden abwechselnd alle drei Jahre in Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee statt.

    Alpabtrieb im Montafon / Montafon
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    Ein Hoch auf Tradition, Mensch und Tier

    Vorarlberger Alpabtriebe

    Die Dreistufenlandwirtschaft wird in Vorarlberg seit rund 400 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben. Jährlich ziehen die Familien im Frühling mit ihren Tieren auf das Vorsäß – eine niedrig gelegene Alm – und im Juli auf die bis zu 2.000 Meter hohe Alp, wie man die Alm in Vorarlberg nennt.

    Im Herbst treiben Senn*innen das Vieh wieder ins Tal. Dabei tragen die Tiere kunstvoll gebundenen Kopfschmuck aus Tannengrün, Blumen und bunten Bändern. Die Kuhglocken, die übrigens auch Dämonen fernhalten sollen, hört man im Dorf schon von Weitem, wo die Einheimischen und Schaulustigen bereits auf die Ankunft der Kühe warten.

    Almabtriebe in Österreich

    „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“.

    Winterzauber
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    genauer Ursprung unbekannt, vermutlich von Jean Jaurès
    Kinder beim Trachten- und Festumzug beim Gauder Fest / Zell am Ziller
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    Kräftemessen wie damals

    Gelebte Tiroler Tradition für Jung und Alt

    Das Tiroler Gauderfest ist eines der ältesten Volksfeste im Alpenraum. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1428 zurück. Der Name kommt nicht vom Mundartwort „Gaudi“ (Spaß), sondern von „Gauderlehen“, dem Austragungsort des Festes.

    Früher wurden am Markt Messen gehalten und Wettkämpfe ausgetragen. Heute zeigen Handwerker*innen am traditionellen Handwerks- und Bauernmarkt ihr Können und verkaufen regionale Waren wie Doggln, Ranzen oder Schnitzereien. Der Duft von Käse, Speck und Honig liegt in der Luft. Gäste kosten sich durch die reiche Produktpalette der heimischen Bauern. Dabei darf auch das „Gauder Bock“-Bier nicht fehlen. Sogar die Wettkämpfe werden heute noch mit Inbrunst ausgetragen: Das dort veranstaltete „Ranggeln“ – das Aufs-Kreuz-Legen des Gegners – ist mittlerweile der berühmteste Ranggler-Wettbewerb des Alpenraums.

    Samson Umzug in Tamsweg, Salzburger Lungau / Tamsweg
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    Barocke Tradition

    Die friedlichen Riesen des Salzburger Lungaus

    Samson, der bis zu 6,5 Meter große und über 80 Kilogramm schwere Riese im Lungau, wurde erstmals 1635 erwähnt. Der Legende nach stecken in seinen schwarzen Haaren übermenschliche Kräfte. Wo noch Kraft steckt? In den Armen der ortsansässigen Junggesellen, die die meterhohe Figur bei den Lungauer Samsonumzügen im Salzburger Bauernherbst auf ihren Schultern durch den Ort tragen. Begleitet werden sie von zwei Zwergen und einer Musikkapelle, die den Samsonwalzer spielt. Beim farbenprächtigen Umzug sind auch die Trachten-, Schützen- und Landjugendvereine dabei. Übrigens: Im Salzburger Lungau gibt es insgesamt 10 Samson-Figuren.

    Die Kranzelreiter in Weitensfeld in Kärnten / Weitensfeld im Gurktal
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    Bräutigamschau damals und heute

    Kärntner Kranzelreiten zu Weitensfeld

    Im 16. Jahrhundert überlebten im Kärntner Weitensfeld nur ein Burgfräulein und drei Bürgersöhne die Pest. Ein Wettlauf sollte die Wahl ihres zukünftigen Bräutigams entscheiden.

    Darum laden die Kranzelreiter auch heute noch mit G'stanzlgesängen und Trachtenkapellen am Pfingstsonntag zum Wettkampf ein. Die Reiter jagen durch den Ort, vertreiben dadurch symbolisch die Pest und machen den Platz für den Wettlauf frei. Nur der Sieger darf die steinerne Jungfrau beim Marktbrunnen küssen und erhält das Kranzel, also den Brautkranz. Traditionell wird der Gewinn einer ausgewählten jungen Frau geschenkt, mit der der Sieger den Gurktaler Walzer tanzt.

    Liebstattsonntag in Gmunden / Gmunden
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    Liebe geht durch den Magen

    Liebstattsonntag im oberösterreichischen Traunsee

    Im 17. Jahrhundert lud der Gmundner Stadtpfarrer als Zeichen der Nächstenliebe am vierten Fastensonntag die Armen zum Essen ein. Heute steht der Liebstattsonntag im Zeichen der Turteltäubchen. Und wie könnte man seine Zuneigung besser zeigen als mit einem selbstgebackenen Lebkuchenherz? Natürlich bereiten Gmundens Konditoren unzählige Lebkuchenherzen mit liebevollen Sprüchen und Motiven vor, sodass auch verliebte Nichtbäcker*innen und Besucher*innen ein Herz verschenken können.

    Das Fest beginnt mit einer Messe in der Pfarrkirche, von wo aus der Trachtenzug durch die Altstadt zum eben aufregendsten Programmpunkt zieht: dem Herzerlverteilen am Stadtplatz.

    Sonnwendfeier in Weißenkirchen / Weißenkirchen
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    Ein feuriges Erlebnis

    Sommersonnenwende in der Wachau

    Die Wurzeln der Sonnwendfeiern reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück, als die Flammen dem Glauben nach das Böse abwehrten. Bis heute werden entlang des Donauufers riesige Scheiterhaufen aufgebaut, Weingärten mit Fackeln ausgesteckt, Burgen erleuchtet und schwimmende Lichter die Donau hinabgeschickt. Die Feuer werden entzündet, sobald die Nacht hereinbricht. Das Spektakel lässt sich besonders gut von der Wachaubahn und den Donauschiffen bewundern. Die Krönung der Sonnwendfeiern: das Feuerwerk.

    In den Heurigen, Gaststätten und Restaurants der Region gibt's oft spezielle Sonnwendmenüs mit regionaler Kulinarik und Weinen von Weltrang.

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