Sonnenstrahlen brechen durch Nadelbäume in einen grünen Mischwald mit dichtem Unterholz.

Wald in Österreich
Waldbaden, Waldspaziergänge und Wandern zwischen den Bäumen

Der Duft nach Moos, Vogelstimmen zwischen den Bäumen, Licht fällt durch die Kronen: Beim Waldbaden, Wandern und Spazieren erlebt ihr Österreichs Wälder mit allen Sinnen.

Wer durch den Wald geht, bewegt sich durch eine Welt aus Geräuschen, Gerüchen, Licht und wechselnden Perspektiven. Genau hier setzt Waldbaden an. Die aus Japan stammende Praxis Shinrin Yoku beschäftigt sich mit dem bewussten Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes – ohne sportliches Ziel, dafür mit Zeit zum Sehen, Hören, Riechen und Fühlen. In Österreich findet ihr dafür unterschiedliche Schauplätze und Regionen: vom Böhmerwald und Waldviertel über den Wienerwald bis zu den Bergwäldern der Alpen.

Wer mehr Bewegung im Wald sucht, folgt Wanderwegen oder entdeckt Themen- und Erlebniswege. In Nationalparks sowie Natur- und Biosphärenparks führen Touren zu besonderen Waldgebieten und geben Einblick in ihre Tier- und Pflanzenwelt. Mal geht es durch Schluchten und Moore, mal unter alten Baumkronen hindurch – und jeder Wald erzählt seine eigene Geschichte.

Die schönsten Waldregionen in Österreich

Fast die Hälfte Österreichs ist von Wald bedeckt. Zwischen Böhmerwald, Wienerwald und den Zirbenwäldern der Nockberge wechseln Baumarten, Höhenlagen und Landschaften – und mit ihnen das Walderlebnis.

Wusstet ihr, …

… wie viel Wald in Österreich wächst?

Rund 48 % der Staatsfläche sind mit Wald bedeckt. Das entspricht etwa 4 Millionen Hektar.

… welche Baumarten in Österreichs Wäldern vorkommen?

Die Fichte liegt mit 49,2 % Flächenanteil vorne, gefolgt von der Buche mit 10,2 %. Insgesamt nimmt der Nadelholzanteil ab, während der Anteil an Laubholz steigt.

… dass es in Österreich Urwald gibt?

Der Urwald Rothwald im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal in Niederösterreich ist der größte Urwaldrest des gesamten Alpenbogens. Das Wildnisgebiet ist seit 2017 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas.

… warum Totholz wichtig für den Wald ist?

Totholz bietet Lebensraum für zahlreiche Waldorganismen und ist Teil des natürlichen Nährstoffkreislaufs: Bei der Zersetzung werden Nährstoffe freigesetzt, außerdem enthält Totholz Wasser und Kohlenstoff. Rund 20 bis 30 % der im Wald vorkommenden Pilze, Flechten, Moose, Schnecken, Käfer, Vögel und Säuger brauchen Totholz.

… wem der Wald in Österreich gehört?

Rund 81 % der österreichischen Waldfläche sind in Privatbesitz, die übrigen 19 % zählen zum öffentlichen Wald. Rund 137.000 Eigentümer:innen teilen sich den privaten Wald.

Outdoor-Akivitäten im Wald

Zwischen Bäumen ist Platz für Bewegung: Wandern, Trailrunning und Gravelbiken führen über Waldwege, beim Mountainbiken geht es über Trails. Im Winter kommen Schneeschuh- und Winterwandern dazu. Yoga und Kletterparks ergänzen die Aktivitäten im Wald.
Den Wald mit allen Sinnen wahrnehmen

Waldbaden

Shinrin Yoku bedeutet übersetzt „Baden in der Waldatmosphäre“ und stammt aus Japan. Beim Waldbaden geht es nicht um Tempo, Kilometer oder sportliche Leistung. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit auf das, was zwischen den Bäumen wahrnehmbar ist. Das kann dabei helfen, Abstand vom schnellen Alltag zu gewinnen und den eigenen Fokus für eine Weile auf den Moment zu richten.

Wie funktioniert Waldbaden?
Langsam durch den Wald gehen, stehen bleiben und die Umgebung bewusst erkunden: dem Rascheln der Blätter zuhören, Moos unter den Fingern spüren, den Waldboden riechen oder beobachten, wie sich das Licht zwischen den Baumkronen verändert. So wird aus einem Waldspaziergang eine Entdeckungsreise für die Sinne.

Waldbaden: Die schönsten Plätze und geführte Touren

In Österreich gibt es viele Möglichkeiten, Waldbaden kennenzulernen: In unterschiedlichen Regionen, bei Österreichs Wanderdörfern, auf Waldwegen, bei geführten Touren und Workshops oder kombiniert mit einer Wanderung.

Warum zieht es uns in den Wald?

Wald spricht die Sinne an

Zwischen Bäumen verändert sich die Umgebung: Blätter rascheln, der Boden federt unter den Schritten, Licht fällt durch die Baumkronen und je nach Jahreszeit riecht es nach Erde, Laub oder Harz.

Wald verbindet

Seit Jahrhunderten nutzen Menschen den Wald und seine Rohstoffe. Holz lieferte Baumaterial und Brennstoff, wurde für Werkzeuge verwendet und zum Kochen gebraucht. Bis heute gehört der Wald zur österreichischen Kultur- und Alltagsgeschichte.

Wald steckt voller Eindrücke

Das Rauschen der Blätter, der Duft von Harz, unterschiedliche Baumrinden oder Licht und Schatten: Wer zu Fuß unterwegs ist, kann den Wald sehen, hören, riechen und fühlen.

Wald gibt dem Tag einen anderen Rhythmus

Beim Waldspaziergang bestimmen nicht Termine oder Bildschirme den nächsten Schritt, sondern Weg, Gelände und das eigene Tempo. Mal geht es über weichen Waldboden, mal bleibt der Blick an einem alten Baum oder einer Lichtung hängen.

Der Wald als Netzwerk

Bäume reagieren auf ihre Umgebung
Klima, Boden, Relief und Wasserhaushalt bestimmen die Bedingungen, unter denen Bäume wachsen. Je nach Standort unterscheiden sich deshalb auch die Voraussetzungen für einzelne Baumarten.

Bäume konkurrieren
Bäume konkurrieren um begrenzte Ressourcen wie Licht, Wasser und Nährstoffe. Das geschieht sowohl zwischen Bäumen derselben Art als auch zwischen unterschiedlichen Baumarten.

Wasser und Temperatur beeinflussen das Wachstum
Temperatur und Niederschlag gehören zu den Faktoren, die das Wachstum von Bäumen beeinflussen. Verändern sich die Bedingungen an einem Standort, kann sich auch das Wachstum verschiedener Baumarten verändern.

Baumwurzeln und Pilze bilden Verbindungen
Viele Baumwurzeln leben in Gemeinschaft mit sogenannten Mykorrhizapilzen. Dabei gibt der Baum Zucker an den Pilz ab und erhält im Gegenzug unter anderem Stickstoff und Phosphor.

Quellen: BFW, waldwissen.de, Thünen-Institut

FAQs

Zu den besonders waldreichen Regionen Österreichs zählen das Waldviertel in Niederösterreich, der Bregenzerwald in Vorarlberg, der Lungau im SalzburgerLand, der Biosphärenpark Nockberge in Kärnten und die Silberregion Karwendel in Tirol. Ob dichte Bergwälder, weitläufige Zirbenwälder oder ausgedehnte Ahornbestände – jede Region bietet ihr eigenes Walderlebnis.

Der österreichische Wald ist zu rund 81 % in Privatbesitz – etwa von Land- und Forstwirtschaftsbetrieben, Unternehmen oder Privatpersonen. Die übrigen rund 19 % gehören der öffentlichen Hand und werden von Bund, Ländern und Gemeinden verwaltet, darunter auch die Österreichischen Bundesforste.

In Österreich ist das Zelten im Wald ohne Erlaubnis grundsätzlich verboten. Wer in Wäldern übernachten möchte, muss beim Waldeigentümer oder beim Forststraßenerhalter anfragen. Wer ohne Genehmigung campt, riskiert hohe Strafen.

Ja. Im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal in Niederösterreich liegt mit dem Rothwald der größte Urwaldrest der Alpen. Er gehört seit 2017 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Da das Gebiet streng geschützt ist, ist der Zutritt ausschließlich im Rahmen geführter Wanderungen auf markierten Wegen möglich.

Die Fichte ist mit rund 50 % Flächenanteil die häufigste Baumart in Österreichs Wäldern, gefolgt von der Buche mit rund 10 %. Insgesamt nimmt der Nadelholzanteil ab, während der Laubholzanteil steigt.

Der Wald ist ein Ort der Ruhe und Erholung. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln bleibt das so: Offenes Feuer und Rauchen sind im Wald nicht erlaubt, gegrillt wird an ausgewiesenen Grillplätzen. Hunde bleiben an der Leine und auf laute Musik wird verzichtet – so werden Wildtiere möglichst wenig gestört. Mountainbikes sind nur auf freigegebenen Strecken unterwegs. Wer auf den markierten Wegen bleibt, bewegt sich nicht durch Pflanzenbestände und Lebensräume abseits der Wege.

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