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    • Leutschach

    Südsteirische Weinstraße

    „Steirerblut ist kein Himbeersaft“, lautet eine beliebte Redewendung in der Steiermark. Auf der Südsteirischen Weinstraße kann man sich davon überzeugen, dass hier tatsächlich nur der Wein zählt.


    Jung und Alt

    Zeitgemäße Weinbauarchitektur bestimmt hier neben wunderschön revitalisierter Baukultur das Landschaftsbild. Sichtbar ist nach wie vor die Art und Weise, wie man seit Generationen die Weinberge, Streuobstwiesen, Wälder und Äcker kultiviert und gewachsenes Brauchtum bewahrt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Ein reizvoller Flecken Erde

    Mehr als 60 Jahre Südsteirische Weinstraße

    Der Südsteirischen Weinstraße werden viele Komplimente gemacht: Gastfreundliche Menschen, kultivierte Weingärten, frisch-fruchtige Weine, ausgezeichnete Buschenschänken oder der „Klapotetz“ (Windrad) als sichtbares Wahrzeichen sind allgegenwärtig und bestimmen den Rhythmus des Lebens – den der Einheimischen wie jenen der Urlaubsgäste.

    Man kann sich kaum sattsehen an dieser grandiosen Landschaft mit ihren steil abfallenden Weinbergen und den schmalen, kurvenreichen Straßen.

    Die rund 25 Kilometer lange Straße zwischen Ehrenhausen und Leutschach führt durch die größte Weinbauregion der Steiermark. Die Besonderheit, dass die Weinstraße zugleich einige Kilometer die Staatsgrenze entlang zu Slowenien verläuft, macht sie einzigartig.

    Klapotetz (Windrad) / Suedsteiermark / Herbst

    Wein, wohin das Auge reicht

    Im Wein schmeckt man die Region

    Familien-Weingut Kögl

    „Man sieht schon die Kerne durchscheinen!“ – mit Tamara Kögl durch ihre Weingärten zu streifen, ist ein Erlebnis. Man bekommt auch eine Extraportion Leidenschaft dazuserviert. Und das, noch ehe die Jause im „Moajörgl“ aufgetischt wird – der 300 Jahre alten, kunstvoll restaurierten Stube, in der man am besten ein Glas Sauvignon blanc aus eigenem Anbau genießt.

    Besonders wichtig für die Winzerin ist, dass man die Identität der Region aus dem Wein herausschmeckt. „Jeder Hang schmeckt anders“, schmunzelt sie.

    Wer nach dem Genuss der ausgezeichneten Weine nicht mehr mit dem Auto fahren möchte, kann in einem von vier Gästezimmern oder im rustikalen Fasszimmer direkt neben den Reben nächtigen.

    Weingut Kögl
    Südsteiermark_Tamara Koegl_Weingut Koegl

    Winzerin von Kindesbeinen an

    Katharina Tinnacher ist sprichwörtlich in den Winzerberuf hineingewachsen: Ihr Vater, Weinbauer wie sein Vater, schenkte ihr als Kind fünf Rebstöcke. Die sollte sie eigenständig hegen und pflegen, um zu erkennen, was das bedeutet. Als Belohnung durfte sie die Trauben gegen Kaugummis eintauschen.

    Heute geht es ihr freilich nur noch um den Wein: Mit nur 27 Jahren übernahm sie das elterliche Gut und betreibt es seither höchst erfolgreich. Mittlerweile hat sie auf nachhaltige, biologische Produktion umgestellt. Von der Laubarbeit über das händische Entfernen geschädigter Trauben bis hin zur Kellerarbeit, wo sie „nur noch Begleiter ist, denn die Qualität wird im Weingarten gemacht“, wie sie sagt.

    Ein Familienbetrieb seit 1770

    Weingut LacknerTinnacher

    Im Jahr 2013 hat Katharina Tinnacher ihre Weingärten auf biologische Bewirtschaftung umgestellt: Ausschließlich organische Dünger wie Trester und Grünschnitt kommen zum Einsatz, um die Vitalität der Reben zu bewahren. Zwischen den Weinstöcken wuchern Gräser und Klee, Ringelblumen. Schafgarbe und Klatschmohn geben wertvollen Nützlingen Lebensraum.

    Die Lagenweine des Weinguts sind exklusiv: Aus jedem Rebstock entsteht nur eine Flasche Sauvignon blanc, Morillon, Weißburgunder, Blauburgunder, Gelber Muskateller oder Roter Traminer.

    Die moderne Architektur und das geschmackvolle Interieur des Hauptgebäudes und des Degustationsraums ist allein schon einen Besuch wert.

    Das Weingut bietet neben dem Verkauf auf Wunsch Verkostungen und Führungen an.

    Südsteiermark_Katharina Tinnacher_Weingut_Lackner Tinnacher

    Gefühlvoller Winzer

    Der Ausblick über die südsteirischen Hügel ist eine der wichtigsten Kindheitserinnerungen für Manfred Tement. „Schau, wie wunderbar wir hier leben“, sagte sein Vater ihm immer, wenn beide über Wiesen und Weinberge bis ins Tal blickten. Hier an der Grenze zu Slowenien ist man von Laubwäldern, Reben und Stille umgeben. Der perfekte Ort, um in der Natur abzutauchen. Das weiß auch Winzer Manfred Tement. Er lässt seine Gäste in ehemaligen Kellerstöckeln urlauben.

    Vom Presshaus zum Appartement

    Weingut Tement

    Dort, wo früher die Weinarbeiter wohnten, residieren nun Erholungssuchende. Presshäuser, Keller und Stallgebäude wurden zu schmucken Chalets mit urigen Möbeln, modernen Lustern und Designerwaschbecken umgewandelt. Durch die großzügigen Panoramafenster offenbart sich der Blick auf die Weingärten, die besonders im Herbst ein leuchtendes Farbenspiel zeigen. „Meine liebste Jahreszeit“, schwärmt Manfred Tement, wenn er auf die wildromantische Landschaft schaut.

    „Ein Fleckchen Paradies“, meinen Gäste, auch wegen der kulinarischen Verpflegung: Das süße Nichtstun in den Appartements wird durch einen gut gefüllten Kühlschrank samt Winzerjause erleichtert. Am Morgen wartet ein Frühstückskorb mit regionalen Delikatessen vor der Tür.

    Weingut Tement, Südsteiermark

    Manfred Tement im Gespräch

    „Als Weinbauer darf man es nicht eilig haben. Ein großer Wein braucht viel Geduld.“

    Manfred Tement
    Manfred Tement
    austria.info:

    Welche Unternehmungen empfehlen Sie Gästen der Winzarei?

    Manfred Tement:

    Wir laden all unsere Gäste zu einer Weinverkostung ein. Radfahren und Wandern in der Umgebung bieten sich natürlich auch an. Der Sulztaler Rundwanderweg z. B. führt durch unsere Weingärten. Wer Städte mag: Graz, Leibnitz und das slowenische Marburg sind nicht weit.

    austria.info:

    In welcher Buschenschank kehren Sie gerne ein?

    Manfred Tement:

    Der Steinberghof gehört zum Allerbesten, was die Region zu bieten hat. Hier sitze ich auf der Terrasse und schaue auf meine Lage Wielitsch. Der Inhaber, Dieter Firmenich, ist eigentlich Designer und hängte seinen Job an den Nagel, um in der Heimat den Betrieb seiner Tante zu übernehmen. Er zeichnet sich als guter Schnapsbrenner aus und serviert verfeinerte, steirische Buschenschankküche – etwa den „Frechen Sterz“ mit Sauerrahm.

    austria.info:

    Was ist Ihr Lieblingswirtshaus?

    Manfred Tement:

    Schramms Wirtshaus würde bei einer Rundfrage in der Region wahrscheinlich am meisten genannt werden. Der beliebte Betrieb von Herta und Werner Schramm war früher eine Pfarre. Auf den Tisch kommen steirisches Backhendl mit hauseigenem Kürbiskernöl und Schweinsbraten. Der Wirt ist noch ein richtiger Wirt. Nach dem Motto: „Ich habe noch nie Sperrstunde gemacht, das war immer noch der Gast.“

    austria.info:

    Was bieten Magnothek und Weinbank, zwei Kulinarik-Betriebe, die Sie aufgebaut haben?

    Manfred Tement:

    Die Weinbank in Ehrenhausen hat drei Hauben und ist eine Kombination aus Wirtshaus und Fine-Dining-Restaurant. Das bekannteste Gericht ist Dotterravioli mit Trüffel. Bei der Magnothek schaue ich oft abends auf ein Glas Wein vorbei. In dem Gebäudeensemble samt Karmeliterkapelle am Zieregg werden, wie der Name schon vorgibt, fast ausschließlich Weine aus Großflaschen angeboten.

    6 Weingüter mit Buschenschänken und Ausblick

    • Weingut Pichler-Schober
      Omas Räucherfleisch-Spezialitäten genießen die Gäste in einem liebevoll gestalteten und blühenden Garten. 
    • Weingut Gross
      Jause und Wein wird auf der Terrasse mit Ausblick auf die Hügellandschaft bis nach Slowenien aufgetischt. Martina Gross kümmert sich persönlich um das Wohl ihrer Gäste. 
    • Weinidylle Dreisiebner
      Ein idyllischer Platz, um nach einer Wanderung pikante Aufstriche auf selbst gebackenem Brot und süße Nussschnecken bei einem Glas Wein zu verkosten. 
    • Weingut Schauer
      Willkommen im Paradies: Der Garten neben den Weingärten bietet einen Blick über die Bergwelt des Sausals, mit Tischen und Bänken zwischen blühenden Pflanzen und Kräutern und einem regionalen Speisenangebot. 
    • Weingut Tinnauer
      Neben der Brettljause mit regionalen Produkten und Zutaten aus eigenem Garten bietet die Familie Picknicke im Weingarten an. 
    • Weinhof Nekrep
      Passend zu den Qualitätsweinen werden kreativ zubereitete hausgemachte Schmankerln serviert. Panorama-Terrasse inklusive.

    Weitere Weingüter, Buschenschänken und Übernachtungsmöglichkeiten

    Steirisches Wissen rund um den Wein

    Ein Achte(r)l – 0,125 Liter Wein im Glas – im Stehen zu sich genommen heißt „Steh-Achte(r)l“. Wenn man eigentlich schon nach Hause gehen will und sich doch noch nicht losreißen kann: „Flucht-Achte(r)l“.

    Der Jungwein in der Steiermark heißt Junker. Sein Markenzeichen: der Steirerhut mit dem Gamsbart. Der Star unter den steirischen Weinen ist der Sauvignon blanc. Unbedingt verkosten!

    Der Chardonnay wird als Morillon bezeichnet. Diese Sorte zählt zu den teuersten Weinen der Welt und liefert den Grundwein für die Champagnererzeugung.

    Weingarten