Suchen
    • Haltestelle Glatzegg von Wang Shu und Lu Wenyu, Krumbach/Bregenzerwald
      media_content.tooltip.skipped

    Warten mit Stil

    Ein gläserner Pavillon, ein abenteuerlicher Holzstapel, ein Stangenwald mit Treppe: Die Bushaltestellen der Gemeinde Krumbach mit 1.000 Einwohnern sind herrliche Überraschungen - und gehen einmal um die Welt. Sieben Architekten aus sieben Ländern designten die „Buswartehüsle“ im Bregenzerwald als architektonische Glanzstücke.

    Die Idee zu dem mutigen Projekt kam dem Verein Kultur Krumbach, der mehr wollte als reine Zweckgebäude. Architektenteams aus Russland, Spanien, Belgien, Norwegen, Japan, China und Chile folgten der Einladung und ließen sich für ihre Entwürfe von der Landschaft und der Kultur inspirieren. Ihre Belohnung: ein Urlaub im grünen Bregenzerwald. Begleitet von regionalen Partner-Architekten haben lokale Handwerker die Entwürfe dann umgesetzt. Wer sich alle sieben Stopps anschauen will: Einsteigen in den örtlichen Landbus. Oder noch empfehlenswerter ist, selbst von Haltestelle zu Haltestelle zu spazieren.

    1. Haltestelle Bränden: Keinen Schutz vor Wind und Wetter bietet der Busstop von Sou Fujimoto. Seine Philosophie: Architektur soll sich nicht der Natur angleichen, sondern in einen interaktiven Dialog mit ihr treten. Der Japaner hat dafür einen Wald aus weißen Eisenstangen kreiert, zwischen denen sich eine Wendeltreppe in den Himmel schlängelt. Besucher können dort hinaufsteigen, die Aussicht auf die Berge genießen und checken, wann der Bus kommt. Warten kann so kontemplativ sein. Bei Regen allerdings nicht den Schirm vergessen.


    2. Haltestelle Zwing: Smiljan Radic aus Chile mochte vor allem die gemütliche Lebensart der Bregenzwälder. Und weil man sich an einer Bushaltestelle manchmal wie ausgesetzt vorkommt, wenn man dort alleine warten muss, setzte er eine Art „gute Stube“ mitten in die Landschaft. Der Pavillon ist komplett aus Glas gebaut, mit einer schwarzen Betondecke drauf. Drinnen stehen bäuerliche Holzstühle zum Ausruhen: Denn der gelbe Landbus kommt eben nur jede halbe Stunde.

    3. Haltestelle Unterkrumbach Nord: Das spanische Architektenteam Anton Garcia-Abril und Debora Mesa sehen sich als Forscher und erproben gerne Materialien bis an ihre Leistungsgrenze. In den Betrieben im Bregenzerwald ließen sie sich von den geschnittenen Eichenbrettern inspirieren, die überall zum Trocknen kreuz und quer aufeinandergestapelt liegen. Genauso wollten sie auch ihr „Buswartehüsle“ haben, nur auch zum Unterstellen. Das Ergebnis wirkt wie ein spielerisches Experiment in der Sägewerkstatt: eine handwerkliche Meisterleistung.


    4. Haltestelle Oberkrumbach: Alexander Brodsky aus Russland hatte nicht viel Platz für sein Wartehäuschen und baute deshalb in die Höhe. Der schlichte hölzerne Turm ist nach allen Seiten offen, und unten verglast. Bei Hitze weht der Wind durch die oberen Fenster. Tisch und Bank laden zur Brotzeit ein, falls der Bus mal später kommt.

    Noch mehr über Krumbach und die Design-Haltestellen

    media_content.tooltip.skipped

    5. Haltestelle Unterkrumbach Süd: Wie ein gigantisches, dreieckig gefaltetes Stück Papier wirkt das Design der Architekten De Vylder Vinck Taillieu. Inspirieren ließen sich die Belgier von ihren Fahrten über die Alpenpässe, als sie auf dem Weg zur Mailänder Möbelmesse in Krumbach anhielten. Deshalb wirkt ihr aus weiß gestrichenem Metall gefertigter Busstop in der Mitte von drei aufeinandertreffenden Straßen wie die minimalistische Version eines Berggipfels. Untypisch allerdings: Innen ist eine Klingel angebracht.

    6. Haltestelle Kressbad: Eine doppelte Funktion hat der Entwurf des Architektenteams aus Norwegen, Sami Rintala und Dagur Eggertsson: Unten kann man auf den Landbus warten, oben auf einer Minitribüne den Matches auf den nahen Tennisplätzen zuschauen. Dann aber bloß nicht den Bus verpassen!


    7. Haltestelle Glatzegg: Pritzker-Preisträger Wang Shu und Lu Wenyu aus China wollten den Blick auf die Landschaft nicht verbauen. Deshalb öffnet sich ihr hölzernes Wartehäuschen konisch nach hinten. Der Rahmen, der entsteht, setzt das Beste im Bregenzerwald in Szene: die Berglandschaft.

    Zurück zur Übersicht

    media_content.tooltip.skipped

    Das könnte euch auch interessieren

    • Geniales Design aus Holz

      Das Werkraumhaus im Bregenzerwald ist Treffpunkt einer innovativen, design-orientierten Handwerkerszene. Und gleichzeitig ein Schaufenster für die Handwerkskultur.

      Hier geht's zum Werkraumhaus
          Ausstellung "Generation Koeln trifft Werkraum Bregenzerwald" / Andelsbuch in the Bregenzerwald
      media_content.tooltip.skipped
    • Mit Holz lassen sich Träume bauen

      Im Bregenzerwald sind sich alle einig: Mit Holz lassen sich Träume bauen. Traditionelles Handwerk durfte sich so weiterentwickeln, dass Platz für innovatives Wohnen frei wurde. Architekten, Handwerker und Bauherren holen sich Inspiration und Baumaterialien aus der Natur. Schöner geht’s kaum.

      Hier geht's zu den Insights.
          Zeitgenössische Holzbauarchitektur im Bregenzerwald
      media_content.tooltip.skipped
    media_content.tooltip.skipped