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    • Der Käser Edi von der Käserei Eng Alm in Tirol / Eng Alm
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    9 Almbauern und der Enger Ahornkönig

    Seit Generationen bewirtschaften Bauern in einer Agrargemeinschaft die Eng Alm mit Schaukäserei und produzieren hier hoch oben zahlreiche prämierte Käsesorten, unter anderem den einzigartigen Enger Ahornkönig.

    Die Eng Alm: Auf 1.250 Metern liegt das größte Almdorf Tirols. Rund 240 Milchkühe grasen hier im Sommer auf satten grünen Almwiesen, umgeben von über 2.000 uralten Ahornbäumen inmitten der grauen Felsen des Karwendelgebirges.

    • „Bergkäse gibt es auf vielen Almen, aber der Enger Ahornkönig ist eine eigene Kreation von uns. Es ist ein leichter cremiger Käse, der nicht so würzig ist“, erklärt uns Hansjörg Reiter, einer der neun Bauern und Obmann der Agrargemeinschaft. „Er heißt Ahornkönig, weil unsere Milchkühe hier auf dem großen Ahornboden grasen.“ Reiter zeigt ganz stolz auf die über 2.000 Bergahorne, die auf der Alm wachsen. „Diese Bäume sind teilweise über 600 Jahre alt und prägen die Landschaft seit Jahrhunderten“, erklärt der Bauer, „ein großer Vorteil dieser Bäume ist, dass unter ihnen das Gras bis zum Stamm wächst und die Kühe hier genügend Nahrung finden.“

      „Wir lassen unsere Milchkühe übrigens nicht jeden Tag irgendwo herumstreunen, sondern führen sie jeden Tag gezielt auf eine andere Koppel“, so Hansjörg Reiter. „Sie werden je nach Sonneneinstrahlung und Vegetation nach einem ausgeklügelten System von Koppel zu Koppel gebracht, denn wir sind überzeugt, dass das den Geschmack der Milch beeinflusst.“

      Aus dieser Milch und nach alten überlieferten Rezepten stellt Käser Edi Radinger auf der Eng Alm zahlreiche Käsesorten – vom Enger Bergkäse über den Emmentaler Engtaler bis hin zum Enger Tilsiter – her.

    • „Der Käse ist in rund drei Stunden schnell gemacht, aber wie das perfekte Aroma in den Käse kommt, das ist das Geheimnis eines jeden Käsers“, erklärt Hansjörg Reiter. So viel sei verraten: Es liegt an den Details der Herstellung. „Unser Käser weiß sogar ganz genau, welche Milch er von welcher Koppel für welchen Käse nehmen muss“, so Hansjörg Reiter weiter.

      Zu den verschiedenen selbst hergestellten Käsesorten gesellt sich dann noch die Almbutter, die, laut Hansjörg Reiter, in den letzten Jahren einen regelrechten Höhenflug erlebt hat. „Sie hat einen besonders frischen und natürlichen Geschmack und das lieben die Leute“, schwärmt Hansjörg Reiter.

      In der Schaukäserei können die Besucher*innen der Eng Alm den Senner*innen bei der Käseherstellung zusehen. In einem großen Kupferkessel werden in der Käserei jährlich ca. 1.600 Käselaibe hergestellt und im angrenzenden Bauernladen dann auch gleich zum Verkauf angeboten. Regionalität spielt eine immer größere Rolle. „Die Konsumenten wollen wissen, was in den Produkten drinnen ist“, so Hansjörg Reiter. Deshalb stellt die Käserei auch gleich zahlreiche Zutaten wie Topfen, Molke, Joghurt, Frischkäse und pasteurisierte Sauerrahmbutter für die Zubereitung der Gerichte im Restaurant Rasthütte auf der Eng Alm selbst her.

    Hansjörg Reiter ist Bauer aus Leidenschaft und führt nicht nur in der eigenen Familie die Tradition fort. Über Generationen weitervererbt, bringen die heute neun Bauern der Eng Alm ihre Milchkühe im Sommer über vier Monate auf die Alm, wo sie auf den saftigen Almwiesen hoch oben auf der Eng Alm nach Lust und Laune grasen können. „Das war nicht immer so“, erzählt Hansjörg Reiter. „In früheren Zeiten waren die Milchkühe im Sommer im Tal unten, wo der Inn das Inntal jedoch oft überschwemmt hat. Das führte immer wieder zu begrenzten Futterflächen. Deshalb waren die Bauern auf der Suche nach neuen Futterflächen für ihre Tiere und haben nach einem damals sehr schwierigen Aufstieg die Eng Alm und den großen Ahornboden als Futterfläche entdeckt“, so Hansjörg Reiter. Indem die neun Bauern aus dem mittleren Tiroler Unterinntal ihre Tiere jedes Jahr für vier Monate auf die Alm bringen, sparen sie im Sommer das Futter aus dem Tal und haben dann im Winter genügend Futter für ihre Tiere. Jeder dieser neun Bauern ist Anteilseigentümer der Eng Alm, oft schon über Generationen hinweg, und betreut seine Milchkühe selbst auf der Alm.

    Hansjörg Reiter führt einen Vollerwerbs-Milchbetrieb, den er von seinen Eltern übernommen hat. Er ist auf dem elterlichen Betrieb aufgewachsen und hat das Bauernleben von Grund auf schätzen und lieben gelernt. Seit 1784 ist der Hof bereits im Besitz seiner Familie, also ein klassischer Erbhof. „Meine Arbeit als Bauer ist auch gleichzeitig mein Hobby. Reich wird man mit einem landwirtschaftlichen Betrieb eher nicht, aber dafür bin ich mein eigener Chef. Es ist zwar eine harte, aber auch eine sehr schöne Arbeit“, ist Hansjörg Reiter sichtlich stolz auf das, was er tut.

    Eng Alm in Tirol im Frühling
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    Die Eng Alm und ihre über 2.000 Ahornbäume

    Was die Almen im Karwendel so besonders macht: viel freie Fläche und der Kontrast der satten grünen Almwiesen zu den schroffen, hellen Kalksteinwänden. „Mein Lieblingsplatz ist hoch oben die Spritzkarspitze, das ist der Gipfel über der Eng Alm. Von hier aus hat man einen sagenhaft schönen Blick zur Eng Alm hinunter – ein Kraftplatz, der mich jedes Mal aufs Neue beflügelt“, so Hansjörg Reiter. Der große Ahornboden im Karwendelgebirge, am Talgrund des Rißtales, mit seinen über 2.000 Bergahornbäumen ist eine Naturlandschaft auf 1.250 Meter Seehöhe, die sich über eine Fläche von 240 Hektar erstreckt. Schon 1927 wurde der große Ahornboden mit seinen teilweise 600 Jahre alten Bergahornen zum Naturdenkmal erklärt. Die uralten Bergahorne stehen deshalb unter besonderem Schutz.

    Bauernladen Eng Alm in Tirol
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    Der Geschmack der Alm

    Nicht nur Einheimische und Gäste der Eng Alm schätzen den Geschmack des Enger Käses, auch in Deutschland und sogar in Japan ist der Enger Bergkäse bereits ein Begriff. Und wer auf der Suche nach ihm ist, findet ihn nicht nur im Bauernladen der Eng Alm, sondern auch auf unzähligen Bauernmärkten, in der Gastronomie sowie in der Hotellerie des Landes.

    Sowohl bei der Käseherstellung als auch bei der Herstellung der Almbutter und weiterer Produkte achten die neun Almbauern mit ihrem Grundsatz und dem Einsatz von regionalen Produkten auf klare Qualitätskriterien. Deshalb ist die Eng Alm auch mit dem Gütesiegel der AMA GENUSS REGION zertifiziert, das für kontrollierte Qualität und regionale Herkunft steht.

    •                 Siaße Krapflang quer©zillertaltourismus_Kevin_Ilse.jpg
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      Jetzt entdecken

    Hier ist die Eng Alm zu finden

    Agrargemeinschaft Eng Alm

    Eng 11

    6215 Hinterriß

    Österreich

    Telefon:
    +43 5245 227

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