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Handwerk im Salzkammergut

Barbara Kern verbindet mit dem Hand.Werk.Haus sowohl Beruf als auch ihre Leidenschaft zum Handwerk.

 

Barbara Kern liebt und lebt die Kultur und vor allem ihre Heimatregion, das Salzkammergut. Als Historikerin führt sie durch die aktuelle Ausstellung im HAND.WERK.HAUS. Ihr Arbeitsplatz ist Schloss Neuwildenstein aus dem
18. Jahrhundert, in dem u.a. regionale Meisterbetriebe präsentiert werden.


Handwerk hautnah erleben

Quer durch den Verkaufsladen, am anderen Ende des Raumes, kommt man über eine kurze Treppe ins Obergeschoss des HAND.WERK.HAUSes. Durch die Fenster im alten Gemäuer fällt Licht auf die ausgestellten Werkzeuge und Gegenstände. Schuhmacher, Drechsler, Tischler, Zimmerer, Tapezierer und Polsterer sowie Hutmacher und Uhrmacher teilen sich u. a. die Ausstellungsfläche. Auch ein Optikermeister ist vertreten, der seine Brillenfassungen aus echtem Hirschhorn herstellt, einem ganz besonderen und in guter Qualität seltenen Material. Zu sehen sind außerdem die Arbeitsbedingungen von damals und die Produkte von heute – genauso wie das Arbeitsgewand, die Tracht.

“Das Salzkammergut ist die älteste Kulturlandschaft der Welt, in deren Kernzone seit 7000 Jahren Salz gewonnen wird. Salz prägte die vom Menschen gestaltete Landschaft und gab der Region ihren Namen.”

Barbara Kern © Österreich Werbung Barbara Kern © Österreich Werbung Barbara Kern, Historikerin

Die Tracht als Alltagsgewand

„Früher war alle Kleidung Tracht“, erklärt Barbara Kern begeistert.
Das Wort Tracht kommt von tragen, und als solches galt dieser Begriff für die Arbeitskleidung des Holzknechtes ebenso wie für die repräsentative Kleidung der Oberschicht. Für die arbeitende Bevölkerung war sie in erster Linie praktisch und für den Alltag gedacht. Der Stoff des Dirndls war günstig und meist aus Wolle oder Leinen. Nur privilegierte Oberschichten konnten auf Seide, Baumwolle oder andere edle Materialien zurückgreifen.“ Die Männer trugen Lederhosen für die Holzarbeit und Jagd. Aus Ziegenleder gefertigt – Jagd und Wildleder waren bis ins 20. Jahrhundert dem Adel vorbehalten – gehörte sie als Kniebundhose zum Alltagsgewand.

„Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts“, so Barbara Kern weiter, „begann man mit der Tracht seine regionale Herkunft auszudrücken, die zunehmend an Bedeutung gewann.“ Jede Ortstracht hat heute ihre eigene Farb- und Mustergebung: So gibt es zum Beispiel das „Ausseer-Dirndl“ und seit Kurzem auch das „Hallstatt-Dirndl“ – designt und maßgeschneidert in der Region.

Uhrmacher Dostal © Hand.Werk.Haus Salzkammergut Bad Goisern Uhrmacher Dostal © Hand.Werk.Haus Salzkammergut Bad Goisern

Ein Souvenir mit Liebe gemacht

  • Massschneider Haselnus © Hand.Werk.Haus Salzkammergut Bad Goisern / Wolfgang Stadler Massschneider Haselnus © Hand.Werk.Haus Salzkammergut Bad Goisern / Wolfgang Stadler
  • Manfred Pamminger, Brillenmacher © Österreich Werbung Manfred Pamminger, Brillenmacher © Österreich Werbung
  • Hand.Werk.Haus. Salzkammergut © Österreich Werbung Hand.Werk.Haus. Salzkammergut © Österreich Werbung
  • Hand.Werk.Haus. Salzkammergut © Österreich Werbung Hand.Werk.Haus. Salzkammergut © Österreich Werbung
  • Hallstatt © Oberösterreich Tourismus GmbH / Andreas Röbl Hallstatt © Oberösterreich Tourismus GmbH / Andreas Röbl
  • Blick auf Mondsee von Himmelspfortenhütte © Österreich Werbung / Rainer Mirau Blick auf Mondsee von Himmelspfortenhütte © Österreich Werbung / Rainer Mirau
  • Wandern am Altausseersee © STMG Stadler Wandern am Altausseersee © STMG Stadler
  • Alpines Lebensgefühl © Österreich Werbung / WEST4MEDIA Alpines Lebensgefühl © Österreich Werbung / WEST4MEDIA
  • Hallstatt, Oberösterreich © Österreich Werbung / Wolfgang Weinhäupl Hallstatt, Oberösterreich © Österreich Werbung / Wolfgang Weinhäupl

Kein gewöhnlicher Sommer

Während des „Meistersommers“ (Mitte Juni bis Anfang September) verbringen viele Gäste ihre Sommerfrische im Salzkammergut. Dann ist auch die beste Zeit, das traditionelle Handwerk im HAND.WERK.HAUS Bad Goisern zu erleben. Viele Veranstaltungen und Ausstellungen laden ein. 2019 wird das zehnjährige Jubiläum gefeiert.

Barbara Kern freut sich: „Uns liegt das Handwerk am Herzen. Seit beinahe zehn Jahren wird hier das Wissen um die Tradition und das Handwerk an die nächste Generation weitergegeben. Wir machen es sichtbar und tragen es mit jungen Menschen in die Zukunft. Dafür hat das Haus 2016 auch einen UNESCO-Titel erhalten.“

Hallstatt Dirndl © www.das-dirndl.at Hallstatt Dirndl © www.das-dirndl.at

Das original Hallstatt-Dirndl

Während beim klassischen „Ausseer-Dirndl“ der Leib grün, der Rock rosa und die Schürze lila ist, haben Katharina Stork und Rebecca Schilcher ihr „Hallstatt-Dirndl“ nach den regionalen Farben des Sees und der Landschaft designt. Damit beziehen sich die beiden bewusst auf die geografische Umgebung.
 

  • Der graue Leib steht für den schroffen Fels des Salzbergs.
  • Der blaue Kittel symbolisiert das Wasser.
  • Die rosa Farbe der Schürze nimmt Bezug auf die Lebensfreude der Leute.  
  • Die Knöpfe sind prähistorischen Kleiderfibeln aus der Hallstattzeit nachempfunden.


 

Zimmerei Kieninger © Hand.Werk.Haus Salzkammergut Bad Goisern Zimmerei Kieninger © Hand.Werk.Haus Salzkammergut Bad Goisern

Die Sommerfrischevilla

Die Zeit der Sommerfrische im 19. Jahrhundert veränderte das Salzkammergut nachhaltig. Der Adel und das städtische Bürgertum kamen zur Erholung in die beliebte Gegend und bauten hier ihre Sommerfrischevillen, wobei ihnen die Handwerker mit viel Wissen und Können zur Seite standen. Der Fremdenverkehr wuchs. Die rege Bautätigkeit brachte viel Anerkennung für das Handwerk und Beschäftigung ins Land.

Ein neues Stilelement entstand, das heute noch das Erscheinungsbild vielerorts prägt: die Holzveranda. Sie ist das typische Merkmal einer Sommerfrischevilla und hatte von Anfang an den Vorteil, dass man auch bei Regen den Ausblick in die Landschaft genießen konnte.

Der Holzgiebel darüber war zumeist mit traditionellen Mustern verziert und machte die Veranda zum Schmuckstück für das ganze Haus.

8 Fakten rund um das Handwerk in Österreich

Holzmodelle Goiserer Schuhe © Österreich Werbung / Peter Rigaud Holzmodelle Goiserer Schuhe © Österreich Werbung / Peter Rigaud

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  • Es gibt über 150.000 traditionelle Handwerksbetriebe in Österreich

  • Die UNESCO bezeichnet Handwerk als „traditionell“, wenn gelebtes Erfahrungswissen über Generationen verfeinert, abgewandelt, erweitert und zukunftsfähig weitergegeben wird.

  • An die 600.000 Handwerkerinnen und Handwerker schaffen tagtäglich mit Leidenschaft, Erfahrung und viel Zeit unverwechselbare österreichische Produkte.

  • In der österreichischen Geschichte war das Handwerk hoch angesehen: Viele Mitglieder der Habsburger-Dynastie erlernten ein Handwerk und pflegten dieses zum Vergnügen.
Gmundner Keramik © Österreich Werbung / Peter  Rigaud Gmundner Keramik © Österreich Werbung / Peter Rigaud

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  • Eine der ältesten Zünfte in Wien ist die Goldschmiede. Über 650 Jahre besteht dieses Handwerk in der Stadt.

  • Seit mehr als 300 Jahren stellt die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten edles Porzellan her. Sie ist damit die zweitälteste bestehende Porzellanmanufaktur Europas.

  • Im Zeitalter der Industrialisierung ging der Bezug zum Handwerk verloren. Eine Gegenbewegung entstand: Die Wiener Werkstätte (1903).

  • Noch heute geben Straßennamen in Österreich Auskunft über eine Vielzahl an historischen Handwerksberufen, darunter die Badergasse, die Hafnergasse, die Schmidgasse oder die Bognergasse.

Bildrechte

Die Österreich Werbung betreibt unter den Hauptdomains <a href="http://www.austria.info" target="_blank">www.austria.info</a> bzw. <a href="http://www.austriatourism.com" target="_blank">www.austriatourism.com</a> Websites, die in erster Linie der Bewerbung Österreichs als Fremdenverkehrsland dienen.