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Wiener Tortenschlacht um Original Sachertorte

Sachertorte. Sie ist das süßeste Geheimnis der Welt, hat erbitterte Rechtsstreitigkeiten verursacht und gilt dennoch – neben Stephansdom und Lipizzanern – als wichtigstes Symbol für Wien. 

Wiener Tortenschlacht

Trauen Sie keinem Konditor, der Ihnen weismachen möchte, seine Sachertorte wäre nach dem Originalrezept gebacken. Die Torte mag himmlisch schmecken und die Glasur mustergültig glänzen, an die ursprüngliche Backanleitung ist der Meister mit Sicherheit nicht herangekommen. Die wird nämlich vom Hause Sacher in einem Safe so sicher verwahrt wie der legendäre Goldschatz in Fort Knox. Nicht einmal in den hauseigenen Kochbüchern wird jene Originalrezeptur verraten, die zur erbittertsten Tortenschlacht der Kulinarikgeschichte führte. 

Pfiffiger Jungkonditor

Am Anfang dieses Tortenkrimis stand Franz Sacher, ein junger Mann im 2. Lehrjahr am Hofe des Fürsten Metternichs, der im Jahr 1832 statt seines plötzlich erkrankten Küchenchefs unerwartet den süßen Abschluss für ein abendliches Fest herbeizaubern sollte. Also vermischte der pfiffige Lehrling kurzerhand Mehl, Butter, Zucker, Eier und Schokolade zu einem kompakten Teig, bestrich ihn nach dem Backen mit warmer Marmelade und überzog alles mit flüssiger Schokolade. So simpel, so erfolgreich bei Metternichs Gästen!

Sachertorte © Österreich Werbung / Wolfgang Schardt Sachertorte © Österreich Werbung / Wolfgang Schardt

Hier schmeckt die Sachertorte am besten

Sachertorte

  • Sachertorte © Österreich Werbung / Wolfgang Schardt Sachertorte © Österreich Werbung / Wolfgang Schardt

Marketing à la Sacher

Interessant auch, dass diese Torte im Unterschied zu vielen anderen Gerichten der Weltgeschichte tatsächlich den Namen ihres Schöpfers trägt und nicht jenen des Auftragsgebers. Ob sie als Metternichtorte auch zu Weltruhm gelangt wäre, ist zu bezweifeln. Denn vor allem Sohn Eduard Sacher setzte sich für die Verfeinerung und Vermarktung voll ein. Immerhin hatte man das veritable Hotel Sacher hinter der Wiener Oper als Hauptumschlagplatz zur Verfügung.

Richter und Zuckerbäcker

Verständlich, dass so eine Erfolgsgeschichte bald Vorbildwirkung hatte und in ganz Wien Schokotorten à la Sacher gebacken wurden. Auch beim k. u. k. Hofzuckerbäcker Demel, der zudem noch Lehrstätte des jungen Eduard Sacher war. Dieser Umstand und ein von Eduard überlassenes Sachertorten-Rezept ließ die legendäre Konditorei am Wiener Kohlmarkt also guten Gewissens eine „Original Sachertorte“ anbieten. Es dauerte nicht lange, bis das Haus Sacher Einspruch erhob und damit einen jahrzehntelangen erbitterten Streit vom Zaun brach, der schließlich zugunsten der Erfinderfamilie beigelegt wurde.

Süße Konkurrenz

„Demel´s Sachertorte“, wie die süße Verführung des unterlegenen Mitbewerbers nunmehr heißen musste, tut das jedoch keinen Abbruch. Saftig und mit der typischen Marillenmarmelade unter der dicken Schokoglasur schmeckt auch die Variante der berühmten Konkurrenz ganz hervorragend. Vor allem mit dem obligaten Tupfen „Obers“ als Garnitur, wie in Wien der süße Schlagrahm genannt wird.

Eine Torte geht um die Welt

Im Unterschied zur Demel´schen Sachertorte wird die echte zusätzlich noch in der Mitte halbiert und mit Marmelade gefüllt. Robust in ihrer Konsistenz und in hübsche Schachteln verpackt wird so ein Gutteil der jährlich mehr als 360.000 gebackenen Exemplare in die ganze Welt verschickt. Dabei trägt gerade die Original-Sacherglasur mit dazu bei, dass die süße Fracht auch nach dem Transport noch richtig saftig schmeckt – und gut aussieht. Wie die Glasur hergestellt wird? Auch darüber hüllt sich das Haus Sacher in Schweigen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte ...


 

Backen Sie eine Sachertorte

Sachertorte - das Rezept von WienTourismus

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