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    • Obstgarten mit Rosen Gustav Klimt 1912 / Gustav Klimt Atelier
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    Gustav Klimt und die Verheißung der Rose

    In der Natur fand er Inspiration: Der Maler Gustav Klimt war nicht nur einer der wichtigsten Vertreter des Jugendstils und Mitbegründer der Wiener Secession, sondern auch Liebhaber der schönen Dinge des Lebens. Dabei faszinierte ihn die Ästhetik der Rose als Sinnbild für Leidenschaft besonders.

    Klimt und das Versprechen vom Rosengarten

    „Mit einer verliebten Frau kann man alles tun, was sie will.“ Dieses Zitat des wohl schillerndsten Malers Österreichs, des Jugendstilkünstlers Gustav Klimt, lässt aufhorchen. Klimt verstand es zu faszinieren, sei es durch seine Kunst, seine einmalige Persönlichkeit als auch durch sein Savoir-vivre. Wie der Maler im blauen Reformkittel die Frauen für sich gewinnen konnte, bleibt sein Geheimnis. Naheliegend ist aber, dass die Königin der Blumen, die Rose, nicht nur in seinen Werken, sondern auch in seinem Werben eine Rolle gespielt haben könnte. Wie keine andere Blume steht die Rose für Liebe und Leidenschaft – dieser Verheißung konnte sich auch der sinnenfrohe Klimt nicht entziehen.

    Klimt liebte und verehrte die Frauen, denn obwohl der Maler nie verheiratet war, hatte er sieben Kinder mit unterschiedlichen Frauen. Bekannt sind neben seiner leidenschaftlichen Affäre mit seiner Muse Emilie Flöge, auch seine „affaire d´amour“ mit der 19-Jährigen Alma Schindler (spätere Mahler-Werfel) sowie zahlreichen Modellen wie Maria Ucicky und Marie (Mizzi) Zimmermann. Mit der emanzipierten Modeschöpferin Emilie Flöge verband Klimt eine lebenslange Beziehung. Sie war gewiss sein "Lebensmensch”.

    Klimt Rosen Detail / Gustav Klimt Atelier
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    Klimt verehrte Frauen wie Emilie Flöge - emanzipiert und charismatisch, mit eigenem Kopf.

    Gustav Klimt im Malerkittel mit Katze im Garten seines Ateliers in der Josefstädter Staße 21, fotografiert von Moriz Nähr, Mai 1911
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    • Die Rose als Sinnbild für die Leidenschaft. „Der Rosengarten“, eines der bekanntesten Naturbilder Gustav Klimts, entstand im Jahr 1912. Der Gründungspräsident der revolutionären Wiener Secession war ein bekennender Gartenfreund. Das quadratische Gemälde, das sich heute in Privatbesitz befindet, zeigt den Garten des von Klimt und zahlreichen Katzen bewohnten Refugiums in der Feldmühlgasse in Wien, das der „Eremit von Unter St. Veit“ auf Vermittlung eines Mäzens nach dem Abriss seines Ateliers in der Josefstädter Straße 21 bezogen hatte. Bei seinem Einzug in die heute nach ihm benannte „Klimt Villa“ im 13. Bezirk stand damals nur ein kleines Gartenhaus mit Blick auf einen beeindruckenden Blumengarten. Dieser faszinierte Klimt. Jahr für Jahr ließ er den Garten neu bepflanzen. Die Blütenpracht war sein ganzer Stolz: Wenn er Besucher empfing, führte er sie zuerst durch sein Blumenmeer, bevor er ihnen Atelier und Bilder zeigte.

    • „Klimt ließ den Garten um das Haus in der Feldmühlgasse alljährlich mit Blumenbeeten zieren, es war eine Lust inmitten von Blüten und alten Bäumen dahin zu kommen“, beschrieb der Expressionist Egon Schiele den Schaffensort seines väterlichen Freundes.

      Die Klimt-Villa in Hietzing, deren Gartenhaus der Maler in seiner letzten Schaffensperiode als Atelier und Werkstatt nutzte, kann mitsamt seines paradiesischen 6.500 Quadratmeter großen Gartens heute noch besichtigt werden. Im Atelier auf einem kleinen Holzhocker vor der Staffelei sitzend, schuf der Künstler seine Werke. Den Blick wahlweise auf den bunten Garten oder auf ein großes, den Raum dominierendes Tagesbett gerichtet, auf dem sich wohl seine Modelle in Szene setzen. Ein großer Teil von Gustav Klimts Œuvre war schließlich den Frauen gewidmet. An diesem Ort schuf Gustav Klimt von 1911 bis zu seinem Tod 1918 einige seiner wichtigsten Werke. Er arbeitete hier an mehr als 50 Gemälden, darunter weltbekannte starke, sowie sinnliche (Frauen-)Bilder wie „Adele Bloch-Bauer II“, „Friederike Beer“, „Die Braut“ und „Adam und Eva“.

    • Das Atelier und der Garten heute. Was die Architektur des Hauses so spannend macht: In den 1920er-Jahren ist Klimts Atelier mit einer pittoresken Villa „überbaut“ worden und dabei im Inneren der Villa erhalten geblieben. Ebenso wie die Rosen im Garten, die Klimt auf seinem Gemälde festhielt. Dies ist Egon Schiele zu verdanken, denn er war es, der 1918, gleich nach dem plötzlichen Tod Klimts, dazu aufforderte, das „Haus samt Garten und Einrichtung“ zu kaufen und originär zu erhalten. Leider kam es zunächst anders – Garten und Atelier wurden verkauft, ausgebaut, nazifiziert und restituiert, vom Staat angekauft. Nach der Nutzung als Schule und Lager verfiel die Villa, der Rosengarten verwilderte. Schon vom Abriss bedroht und durch eine Bürgerinitiative gerettet, revitalisierte die Republik Österreich die Villa und stellte das Atelier originalgetreu wieder her. 2014 wurde die „Klimt Villa“, die heute von einer privaten Betriebsgesellschaft als Museum geführt wird, zum Europäischen Kulturerbe erklärt.

    • Auch der Garten wurde originalgetreu nachgepflanzt: Herzstück des Gartens – und auf Klimts Gemälde zu bewundern – waren Damaszener-Rosen, die auf dem Grundstück um etwa 1900 gepflanzt wurden. Die sogenannte „Klimt-Rose“ wurde von einem Wiener Gartenexperten nachgezüchtet. „Er hat mit Trieben, die er von zwei Mutterpflanzen entnommen hat, diese auf Wildrosen veredelt. 22 Stöcke sind im Zuge der Teilrekonstruktion des Gartens ausgesetzt worden“, erklärt Baris Alakus, Geschäftsführer der Klimt-Villa.
      Klimts Rose betört – auf dem Gemälde als auch noch heute im Garten der Klimt-Villa in Wien – in zartem Rosé. Es ist hinlänglich bekannt, dass rosa Rosen im Allgemeinen „Jugend, Verliebtheit und Schönheit“ symbolisieren – diese drei Eigenschaften machen sie zum perfekten Geschenk am Anfang einer Beziehung. Was uns vielleicht Klimts Geheimnis um das Werben schöner Frauen etwas näherbringt …

    Gustav Klimt im Malerkittel mit Katze im Garten seines Ateliers in der Josefstädter Staße 21, fotografiert von Moriz Nähr, Mai 1911

    Gustav Klimt

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    • Leben
      1862 - 1918
    • Wohnort
      Wien
    • Sehnsuchtsort
      Attersee
    • Das größte Kunstwerk
      Kuss (1908/09)
    • Goldene Jahre
      „Goldene Periode“ in seinem Schaffen (1899 bis 1910)

    Über den Künstler

    Er war wohl einer der schillerndsten Maler, die Österreich je hervorgebracht hat: Gustav Klimt. 1862 in Baumgarten bei Wien geboren, begann er seine Laufbahn zunächst mit Historienmalerei. Ab etwa 1890 entwickelte er dann zunehmend seinen unverwechselbaren, expressionistischen Stil mit den typischen flächigen Ornamenten.1897 tritt er aus dem Künstlerhaus aus und begründet die Wiener Secession mit – eine Kampfansage an die staatlichen Vorgaben an die Kunst. Legendär ist auch Klimts genussvoller Lebensstil, der sich unter anderem in üppigen Abendmahlen zeigt. Über seine zahlreichen Liaisonen zu Damen der besseren Gesellschaft wird übrigens bis heute spekuliert.

    Auf den Spuren von Gustav Klimt

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