Suchen
    • Wandern entlang der Gosauseen (Vordere Gosausee) / Gosausee
      media_content.tooltip.skipped

    Das Salzkammergut steht Porträt im Biedermeier

    Rund um die Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert war der Drang hinaus in die Natur nicht nur für die Bürger des Biedermeiers ein neuer Lebensstil, sondern auch für Maler, Musiker und Forscher. Entdeckerfreude trifft auf Abenteuer.

    Der Naturforscher Josef August Schultes reiste im 19. Jahrhundert ins malerische Salzkammergut. Er war es, der dem Salzkammergut in seinen Reiseberichten den Namen „österreichische Schweiz“ gab. Namhafte Maler wie Ferdinand Georg Waldmüller, Jakob Alt, Rudolf von Alt, Franz Steinfeld folgten ihm auf seinen Spuren - inspiriert von seinen Berichten -, um die wunderschöne Landschaft am Fuße des Dachsteins zu porträtieren. 

    Die malerische Umschreibung und Schilderung des damaligen Salzkammerguts als „österreichische Schweiz“ war wie ein hohes Adelsprädikat für diese schöne Naturlandschaft zwischen Salzburg und Wien. 

    •                 WolfgangseeSchifffahrt in Strobl / Strobl
      media_content.tooltip.skipped

    Wer war Ferdinand Georg Waldmüller?

    Waldmüller ist 1793 in Wien geboren und in Hinterbrühl bei Mödling 1865 gestorben. Im frühen Alter von vierzehn Jahren verließ er das Elternhaus, um an der Kunstakademie in Wien sein Studium zu beginnen. Anfänglich verdiente er sein Geld mit Miniporträts, die damals in der gut gestellten Bürgerschicht sehr beliebt waren. In Agram (heute Zagreb) arbeitete er als Zeichenlehrer des Grafen Gyulay und lernte dort seine erste Frau, die Hofopernsängerin Katharina Weidner, kennen. Ihre Engagements führte das Künstlerpaar nach Brünn, Prag, Baden und schließlich wieder nach Wien. Waldmüller diente in dieser Zeit als Bühnen- und Kulissenmaler. Zurück in Wien nahm er Aufträge als Porträtmaler für Adelige an. Den Höhepunkt seines künstlerischen Aufstieges bildete der Auftrag, Kaiser Franz I. zu porträtieren.

    • Reisen

      Seine ersten Reisen führten ihn nach Italien und Frankreich, wo die Anerkennung für sein Talent wuchs. Reisen ins Salzkammergut waren damals en vogue und Waldmüller verewigte Panoramen, Ansichten, See- und Bergblicke des Salzkammerguts auf Gemälden, die heute weltweit ausgestellt sind.

          Wandern entlang der Gosauseen (Vordere Gosausee) / Gosausee
      media_content.tooltip.skipped
    • Karriere

      Waldmüllers berufliche Karriere wurde durch die Berufung vom Kustos zum Rat der Kunstkademie gekrönt. Seine reformträchtigen Ansätze, die von der Akademie nicht goutiert wurden, führten zur Suspendierung seiner Tätigkeit an der Akademie.

          Der Dachstein mit Gosausee, Ferdinand Georg Waldmüller / Gosausee
      media_content.tooltip.skipped
    • Finanzielle Not

      Zur Zeit seiner zweiten Heirat mit der Wiener Modistin Anna Bayer befand er sich in einer schwierigen finanziellen Situation. Der Modesalon seiner Frau diente zeitweise als Galerie, da er andere Räumlichkeiten nicht bezahlen konnte. Mit Privatunterricht hielt er sich über Wasser, bis der große Meister noch einmal groß gefeiert wurde.

          Bootfahren am Vorderen Gosausee / Gosausee
      media_content.tooltip.skipped
    • Weltweiter Ruhm

      Eine Ausstellung im Buckingham Palace sowie die Teilnahme an der historischen Kunstausstellung in Köln und internationalen Kunstausstellung in London brachten späten weltweiten Ruhm. Kaiser Franz Josef I. hatte ihn ein Jahr von seinem Tod als anerkannten Künstler rehabilitiert.

          Ausstellungsansicht Hundertwasser - Schiele, Imagine Tomorrow / Leopold Museum, Wien
      media_content.tooltip.skipped

    Originaltext aus dem Buch Ferdinand Georg Waldmüller von Rupert Feuchtmüller

    • „Im Jahre 1932 führte eine Reise Ferdinand G. Waldmüller zum vorderen Gosausee, einem der beliebtesten Motive biedermeierlicher Alpenmalerei. Er war wohl einer der letzten dieser Biedermeier Malergeneration, der zum Gosausee kam und sein künstlerisches Ziel unterschied sich auch von dem der anderen. Es ging ihm nicht, wie dem jüngeren Gauermann um das Leben auf den Almen im Gebirge, auch nicht um die kulissenartigen Beleuchtungseffekte, wie sie Steinfeld malte, es ging ihm überhaupt nicht um eine erzählende Bildidee, sondern um die Natur, um den berühmten Blick zum Dachstein. Bevorzugte Gauermann das weiche stimmungsvolle Morgenlicht, so wählte Waldmüller die Abendsonne, die auf den Schneefeldern des Dachsteins leuchtet. Sie taucht den Felsen noch einmal in leicht rötliches Licht

    • und schafft damit einen starken Kontrast zu den dunklen Schatten, vor allem aber zu dem schwärzlich-blaugrauen See, der das Spiegelbild der Gebirge zerfließen lässt. Jedes Detail der Feldpartie ist in seiner Struktur durch Licht und Schatten klar herausgearbeitet. Es sind kurze, kraftvoll gesetzte Pinselstriche, die diese Illusion bewirken. Bei aller künstlerischer Freiheit in der Malweise war damit etwas Gültiges zum Ausdruck gebracht worden: So war die Wirklichkeit, und nicht anders. Und als er 1834 noch einmal den Gosausee im Abendlicht malte, wählte er exakt denselben Standort, nur wandelten sich die blaugrauen, glasklaren Farben in wärmere Töne und weicher Übergänge. Wieder vermied er die heute von Photographen so beliebte Spiegelung im See. Es ist verständlich, dass Waldmüllers Gosau-Bilder als unübertroffen gelten.“

    Salzkammergut damals und heute

    Das Salzkammergut liegt in der Mitte von drei österreichischen Regionen bzw. Bundesländern:

    Kaiservilla, Bad Ischl / Bad Ischl
    media_content.tooltip.skipped

    Kaiserliche Sommerfrische im Salzkammergut

    Das Ausseerland in der Steiermark, Teile des Flachgaus des SalzburgerLandes und der oberösterreichische Bezirk Gmunden gehören zur geografischen Mitte des Salzkammerguts. Ein Kammergut war im 15. Jahrhundert ein Besitz eines Landesherrn. Die über mehr als ein Jahrtausend lang ergiebigen Salzvorkommnisse gaben der Region den Namen.

    Das Verlangen der Habsburger, die kaiserliche Sommerfrische in frischer Bergluft zu verbringen, bewegte die hochwohlgeborene urbane Gesellschaft aus Wien, der kaiserlichen Menage ins Salzkammergut nachzureisen. Orte, wie Bad Ischl, Bad Aussee, Bad Goisern, Gosausee und viele mehr, erlebten einen kulturellen und intellektuellen Höhenflug im Dreivierteltakt, umrahmt von alpiner und imperialer Eleganz.

    SchafbergBahn in Bergstation / Wolfgangsee
    media_content.tooltip.skipped

    Beliebte Feriendestinationen damals & heute

    Der Ausbau von Bahn- und Schiffslinien lockte auch das reiche Bürgertum an und das Salzkammergut wurde zu einer der ersten bekannten und beliebtesten Feriendestinationen der damaligen hohen Gesellschaft im Herzen Österreichs.

    Die Habsburger waren wie ihr Gefolge mit ganz Europa verheiratet und verwandt, daher war das Bekanntwerden der Region über die Einladungen des Anhangs der Familien weit über die Grenzen Österreichs garantiert.

    So war es naheliegend, dass die Gemälde der damals namhaften Landschafts- und Porträtmaler des Biedermeiers mit Ansichten des Salzkammergutes in den Wiener, Pariser und Berliner Palais-Salons zu bestaunen waren.

    • Der Dachstein mit Gosausee, Ferdinand Georg Waldmüller / Gosausee
      media_content.tooltip.skipped

      Damals

    • Salzkammergut: Dachstein Gosausee
      media_content.tooltip.skipped

      Heute

    1 / 2
    Leopold Museum Aussenansicht / Leopold Museum, Wien
    media_content.tooltip.skipped

    Leopold Museum

    Rudolf und Elisabeth Leopold, ein Wiener Ehepaar, waren leidenschaftliche Kunstsammler. Neben ihrem Beruf als Augenärzte sammelten sie ab den fünfziger Jahren weit über 5.000 Werke österreichischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die private Sammlung von Werken wie Egon Schiele zählt zu den größten weltweit. Als das Ehepaar Leopold mit dem Sammeln von Bildern von Schiele anfing, waren diese als Kunst verpönt und der Erwerb war bemerkenswert günstig. Die Sammlung wurde in eine Stiftung umgewandelt und das Leopold Museum 2001 gegründet und eröffnet.

    Heute kann man im Leopold Museum, das Teil des MuseumQuartiers in Wien ist, die größte Sammlung österreichischer Kunst von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne betrachten. Das Bild „Dachstein mit Gosausee“ von Ferdinand Georg Waldmüller befindet sich in der Sammlung Leopold.

    Bootfahren am Vorderen Gosausee / Gosausee
    media_content.tooltip.skipped

    Fotomotiv Gosausee

    Eigentlich sind es drei Seen, die diese imposante Schaffung der Natur mit majestätischem Blick auf den Dachstein veredelt: der Vordere Gosausee, der Hintere Gosausee und die Gosauer Lacke. Dieser magische Ort der Schöpfung und Energiequelle zählt zu den schönsten Naturlandschaften Österreichs.

    Seit dem Zeitalter der Digitalisierung gibt es über 30.000 Fotomotive auf dem Instagram Account (#gosausee) von Gosausee. Die beliebte Ansicht der Biedermeiermaler bewegt heute die Foto- und Influencerwelt. Der Gebirgssee (der Vordere Gosausee) wird auch „das Auge Gottes“ genannt. Der See liegt nämlich am Ende des Gosauer Hintertales und die magische Spiegelung des Dachsteins im Eiswasser des Sees fesselt den Betrachter vor einer mächtigen Naturkulisse.

    Das könnte euch auch interessieren

    • Oh, du wunderbares Salzkammergut

      Über 70 Badeseen, imposante Berge und weltberühmte Orte wie Hallstatt: Seit hunderten von Jahren lockt das Salzkammergut mit seinen Schätzen Gäste an.

      Das Salzkammergut
          Attersee Schifffahrt / Attersee
      media_content.tooltip.skipped
    • Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024

      Unter dem Motto „Kultur ist das neue Salz“ stellen Bad Ischl und das Salzkammergut ihre kulturelle und vor allem moderne Vielfalt eindrucksvoll unter Beweis.

      Kulturhauptstadt 2024
          Salzkammergut - Bad Ischl / Bad Ischl
      media_content.tooltip.skipped
    • Gustav Klimt liebte die Kunst, die Frauen und den Attersee

      Am Attersee in der Region Salzkammergut fand der Maler Gustav Klimt Ruhe und Inspiration. Viele seiner floralen Landschaftsgemälde sind dort entstanden.

      Der Maler Gustav Klimt
          Forsthaus in Weißenbach I (Landhaus am Attersee) / Wien
      media_content.tooltip.skipped
    • Tina Blau, Pionierin mit Staffelei und Pinsel

      Die österreichische Stimmungsimpressionistin war die erste Frau, die en plein air arbeitete. Ihre Landschaftsbilder gehören zu den eindrücklichsten des späteren 19. Jahrhunderts.

      Mehr lesen
          Tina Blau, Aus dem Belvedere
      media_content.tooltip.skipped
    media_content.tooltip.skipped